Auf dieser Seite möchte ich Ihnen gerne beschreiben, wie ich mit Menschen arbeite, die an Burnout-Symptomen leiden. Ich möchte Ihnen zeigen, mit was für Modellen und Therapie­ansätzen ich arbeite und gleichzeitig hoffe ich auch zu vermitteln, wie schlussendlich durch die Vielfalt der Burnout-Entstehungs­bedingungen jede Burnout-Therapie ein einzigartiger und individualisierter Veränderungs­prozess ist.

Überblick Burnout-Therapie

Möchte man "Burnout" kurz definieren, könnte man sagen: Burnout-Symptome entstehen, wenn ein Mensch zu viel in zu kurzer Zeit leisten muss. Der Körper und der Geist haben dann nicht mehr genügend Zeit sich zu regenerieren. Schliesslich kommt es zum Burnout-Zustand, welcher eine Art Not-Stopp des Organismus darstellt.

Für die Therapie des Erschöpfungs- bzw. Burnout-Zustandes ist es wichtig zu unterscheiden, ob die Burnout-Entstehungs­bedingungen eher durch äussere Faktoren bedingt sind, oder eher durch innere Bedingungen konstituiert werden, auch wenn in der Praxis meistens eine Verzahnung dieser Faktoren festzustellen ist.

Äussere Faktoren der Burnout-Entwicklung entstehen z. B. auf Organisations­ebene durch unrealistische Ziel- und Leistungs­vorgaben, kurze Innovations­zyklen, starke Belastungen durch Zeitdruck oder auch einer Zunahme einer Verfügbarkeits­kultur des Arbeitnehmers, in der die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben immer wie mehr verschwimmt.

Innere Faktoren der Burnout-Entstehung sehe ich in der Aktivierung eigener persönlicher Stressmuster in nicht förderlichen (Arbeits-) Umgebungen. Realer Zeitdruck in der Arbeit wirkt sich auf Körper wie Geist schlimmer aus, wenn "innere Antreiber", bzw. Einstellungen wie "Sei perfekt!" oder "Streng dich an!" wirksam sind. Aber auch eigene Ängste oder Selbstwert­probleme können sich negativ auswirken, wenn sich ein Mensch dadurch nicht gegenüber unzumutbaren Arbeits­bedingungen oder -Erwartungen abgrenzen kann. Die Indikation zur Psycho­therapie des Burnout-Syndroms sehe ich v.a. dann, wenn in der Burnout-Entstehung die "inneren Faktoren" eine wichtige Rolle spielen.

Die Indikationsfrage kann man sich auch ressourcen­orientiert stellen: "Was für innere Ressourcen, Stärken und Möglichkeiten kann ich aktivieren, um einen positiven Einfluss auf die gegebenen Arbeits­bedin­gungen nehmen zu können?" Hier sind wir dann mehr im Coaching von Ver­änderungs­prozessen (wobei der Übergang zwischen Coaching und Psycho­therapie fliessend ist).

In einer idealen Welt könnten äussere, Burnout bedingende Faktoren durch Organi­sations-Entwicklungs­prozesse, Team­super­visionen, Vor­gesetzten­schulungen usw. verändert werden, so dass für den arbei­tenden Menschen ein gutes, Entwicklung wie Ziele förderndes Milieu entsteht. Bietet aber die Arbeits­organisation nicht genügend Unterstützung und Begleitung, so ist ein Coaching oder ein psycho­therapeutischer Prozess eine Möglichkeit, die eigenen Gestaltungs­möglichkeiten zu entdecken und zu realisieren.

Nach diesem kurzen Überblick über die Therapie und Coaching der Burnout-Symptomatik gehe ich unten ausführlicher auf die oben skizzierten Punkte ein.

Ursachen und Symptome des Burnout-Syndroms

Die Entstehungsbedingungen von Burnout-Zuständen sind vielfältig. Meistens ist es eine Mischung von äusseren Einfluss­faktoren wie z. B. belastende Arbeits­bedingungen und inneren Bedingungs-Faktoren wie z. B. zu hohe Erwartungen an sich selbst. Diese Wirk­faktoren schaukeln sich mit der Zeit gegenseitig auf und führen zu einem Teufelskreis der Burnout-Entwicklung. Bewältigungs­versuche des Einzelnen, die ursprünglich dazu dienten eine Situation auszuhalten oder doch noch erfolgreich zum Abschluss zu bringen, können zu sekundären Problemen führen. Beispielsweise kann das permanente Leisten von Überstunden (als Bewältigungs­versuch) zu einem Zustand der chronischen Über­aktivierung und Anspannung führen, der Schlafstörungen begünstigt. Auch hier können wiederum negative Bewältigungs­versuche beispiels­weise zu einem Schlafmittel­missbrauch, übermässigem Alkohol­konsum oder problematischem Essverhalten führen. Therapeutisch geht es in solchen Fällen darum, alternative Stress-Bewältigungs­möglichkeiten zu erarbeiten (Entspannungs­verfahren, Selbsthypnose).

Das Burnout-Syndrom muss sich aber nicht zwingend durch die Arbeit entwickeln. Es kann auch als Summe von Belastungen in verschiedenen Lebens­bereichen entstehen. Krisen in der Paar-Beziehung mit gleichzeitigen anspruchsvollen Arbeits­aufgaben, Sorgen um die Kinder oder ein körperlich geschwächter Zustand aufgrund einer Erkrankung mit zu früher Arbeits-Wiederaufnahme können zur Entwicklung des Erschöpfungs­zustandes, des Burnout­syndroms führen. Was sind nun die Symptome eines Burnout-Zustandes?

Die Symptome eines Burnout-Syndroms sind der Ausdruck eines chronisch übe­raktivierten Nervensystems. Meine Ansicht ist – und hier werden Sie in der Literatur auch andere Meinungen finden – dass sich das "Ausbrennen" dann ergibt, wenn versucht wird, eine Situation zu lange mit einer über­mässigen Leistungs­anstrengung zu meistern. Wobei dieses "zu lange" nur individuell bestimmbar ist. Früher wurde dies auch eine Erschöpfungs­depression genannt, also ein "Nicht mehr können", wenn die konkreten Anforderungs­bedingungen des Lebens mit der Zeit zu viel werden. Das Symptom-Spektrum des Burnout-Syndroms erstreckt sich aber nicht nur über den Bereich der Manifestationen von depressiven Zuständen, sondern auch über deren von Angstzuständen. Das Erleben des zunehmenden Nicht-Könnens produziert häufig Zukunftsängste und Selbstzweifel, die sich psychologisch wie körperlich in Angstsymptomen manifestieren können.

Diese Symptome eines chronisch überaktivierten, dysregulierten Nervensystems können sich zeigen:

Die bei einem Menschen konkret vorhandenen Symptome können Ursache wie auch eine Folge des chronischen Stress-Zustandes sein. Es ist immer wieder von Vorteil, wenn man therapeutisch bei einem einzelnen Symptom ansetzt (z.B. Schlaf­störungen, Heiss­hunger, Grübel-Tendenz). Manchmal ist zu Beginn einer Therapie die gesamte Burnout-Problematik zu gross, und es ist dann erfolgs­versprechender, wenn man in Teil­bereichen eine erste Entlastung erreichen kann.

In der Psychotherapie des Burnout-Syndroms sind die "inneren Bedingungsfaktoren" von speziellem Interesse. Im Zusammen­spiel mit den äusseren Faktoren oder auch für sich alleine können diese zu einem Burnout-Zustand führen. Für das praktische Vorgehen in einer Therapie oder Coaching unterscheide ich zwischen psychischen Schemata und Bewältigungs­verhalten:

Ein psychisches Schema, (= psychisches Muster), ist eine Art emotional-mentales "Programm", wie ein Mensch in einer bestimmten Situation reagiert. Psychische Schemata, und damit auch die mit ihnen verbundenen Strategien wie man sich im Leben verhält, werden in der Regel in prägenden Lebensphasen (Kindheit, Jugendalter, beginnendes Erwachsenen­alter) oder durch prägende Einzel­ereignisse gebildet (belastende Ereignisse, aber auch Momente der Kompetenz, des Gelingens). Burnout-Prozesse sind eher wahr­scheinlich, wenn ein Mensch in frühen Lebensphasen nicht genügend positive Erfahrungen von Wert­schätzung und Autonomie machen konnte, also wenn das Erleben der Selbst­wirksamkeit und Selbst­achtung sich nicht genügend entwickeln konnte.

Interessanterweise wirken sich (negative) psychische Schemata meistens nicht generell im Leben aus. So kann beispiels­weise eine weibliche Führungskraft sehr erfolgreich im Beruf sein. Nehmen wir nun aber an, dass der biographische Hinter­grund dieser Frau geprägt ist durch das Aufwachsen mit einer grenz­verletzenden, vielleicht sogar ego­zentrischen Mutter, die auf die Abgrenzungs- und Autonomie­versuche ihrer Tochter mit emotionaler Rück­weisung reagierte. Nehmen wir nun weiter an, dass diese Führungs­kraft eine Mitarbeiterin bekommt, die den ihr zustehenden Raum über­beansprucht oder sich wie "ein verwöhntes Kind" aufführt. Diese verlangt für sich Sonder­rechte, definiert selber die Arbeits­qualität usw. Dies kann nun bei der Führungs­kraft das alte emotionale Schema mit der Mutter triggern, also auslösen. Da sie schon bei der Mutter immer nach­gegeben hatte, kann es sein, dass sie – innerhalb der emotionalen Logik ihres Mutter-Schemas – auch ihrer Mit­arbeiterin gegenüber eine Haltung "des Gewährens" entwickelt, nur um diese nicht konfrontieren zu müssen. Unter diesen Bedingungen ist die Wahrschein­lichkeit gross, dass sich das problema­tische Verhalten der Mit­arbeiterin weiter verstärken wird. Die Führungs­kraft erlebt also unter dem Einfluss eines aktivierten Stress-Schemas die Blockierung ihrer sonst vertrauten sozialen Handlungs­kompetenzen.

An diesem Punkt könnte es sein, dass die Führungs­kraft damit anfängt, problematische Bewältigungs­strategien zu entwickeln, um die negativen Effekte der aktivierten Dynamik des Mutter-Schemas zu minimieren. Sie kann beispielsweise passive Bewältigungs­strategien anwenden, wie die Vermeidung der Wahrnehmung der ungenügenden Leistung der Mitarbeiterin. Sie kann aber auch kompensierende Bewältigungs­strategien entwickeln, indem sie die mangelnde Leistung ihrer Mitarbeiterin durch einen eigenen erhöhten Arbeits­einsatz aus­zugleichen versucht. Diese Dynamik von passiven Bewältigungs­strategien im Verbund mit kompensierenden Bewältigungs­strategien gibt es in vielen Varianten und ist eine der wichtigsten Auslöse­bedingungen für die Burnout-Entwicklung. Je nachdem, wie das zugrunde liegende (dysfunktionale) Schema strukturiert ist, entwickelt sich das Burnout-Syndrom mehr in Richtung einer Angststörung oder einer Depression.

Fassen wir nochmals zusammen: Eine schwierige oder anspruchs­volle Aufgabe (Arbeit oder auch privat) kann psychische Stressmuster (Schemata) aktivieren, die auf einer emotionalen Ebene die Handlungs-, Verarbeitungs- oder Lösungs­möglichkeiten einschränken. Eine Person wird in der Regel die (unbewusste) Schema-Aktivierung bemerken (z.B. als Angst, Anspannung, Sorge) ohne dabei genau zu wissen, welches Schema aktiviert worden ist. Um den Erforder­nissen des Schemas und den Erforder­nissen der aktuellen Situation gerecht zu werden, setzt die Person Bewältigungs­strategien ein, die einerseits der Logik des Schemas folgen, sie andererseits kompensieren und gleich­zeitig die aktuellen Ziele erfüllen sollen. Muss dieser Bewältigungs­aufwand zu lange vollzogen werden, resultiert der Burnout-Zustand.

Stellen wir uns einen Mann vor, der in seiner Kindheit unter einem kritischen Vater litt. Entwicklungs­schritte des Jungen wurden nicht durch positive Reaktionen unterstützt. Gute schulische oder sportliche Leistungen wurden mit einem "Hätte besser sein können" kommentiert. Brachte er eigene Wünsche an, wurden diese regelmässig zurück­gewiesen. Möglicher­weise entwickelt nun dieser Junge ein psychisches Muster mit einer Kern­überzeugung von "Im Grunde bin ich nichts wert" (sonst würde mir mein Vater mehr Anerkennung zollen), einem angepassten Verhalten (um die Kritik des Vaters zu vermeiden) und einem ausgeprägten Leistungs­streben (innere "Antreiber" um doch noch das Wohlwollen des Vaters zu bekommen). Schwierig kann es für diesen Mann werden, wenn er im Verlaufe seiner Karriere auf einen kalten, über­kritischen Chef trifft, der auch noch unrealistische Arbeits­ziele setzt. Dies aktiviert möglicher­weise das frühere Vater-Beziehungs-Schema, sodass der Mann – weil er keine emotionalen Alternativen kennt, als sich bei Kritik anzustrengen – quasi einen "Leistungs-Autopiloten" aktiviert, um doch noch die Anerkennung des Chefs zu bekommen und sein Selbstwert­gefühl zu retten. Auch dieses Verhalten kann früher oder später zu einem Burnout-Syndrom führen.

Therapie-Möglichkeiten des Burnout-Zustandes

In der Therapie des Burnout-Syndroms bewähren sich folgende Schritte:

1. Identifikation der stressauslösenden Situation die zur Burnout-Entwicklung führt:

Was sind die Verhaltensweisen, die Gefühle, die Gedanken, Bewertungen und Bedeutungen in der Lebens- oder Arbeitssituation, die in der Summe zum Burnout führen?

2. Negative und positive Bewältigungsstrategien des Burnout-Zustandes

Ich nenne dies die psychotherapeutische Arbeit an der "Oberflächen­struktur" des Problem­bereiches. Reguliert sich beispielsweise jemand emotional durch einen zu hohen Fernseh-Konsum, können Alternativen wie Entspannungs­verfahren oder Selbst­hypnose eingeübt werden. Grübelt jemand zu viel, weil dieser Mensch glaubt durch das Grübeln Probleme lösen zu können, kann als Alternative ein Acht­samkeits­training oder -meditation vorgeschlagen werden. Auf dieser Ebene sind alle therapeutischen Massnahmen aus dem Bereich der positiven Psychologie möglich, die die eigene Ressourcen­lage und Widerstands­kraft stärken und so ein Gegengewicht zur Burnout-Dynamik darstellen. Auf dieser Ebene können auch hypno­therapeutische Techniken zur Anwendung kommen, zum Beispiel im Sinne eines mentalen Trainings zur Einübung neuer Verhaltens­möglichkeiten (wie beispielsweise "Nein" zu sagen).

Audio-Aufnahme: Progressive Muskelentspannung zur Stressregulation

Als Beispiel einer positiven Selbst­regulations­möglichkeit möchte ich Ihnen eine mp3-Audio-Aufnahme für den privaten, selbst­verantwortlichen Eigen­gebrauch zur Verfügung stellen. Bitte lesen Sie vor der ersten Anwendung die Anleitung durch.
Download Audio-Aufnahme "Progressive Muskelentspannung"(Rechtsklick, Ziel speichern unter ...).
Download Anleitung "Progressive Muskelentspannung".

Audio-Aufnahme: Selbsthypnose bei Burnout

Als Beispiel einer Selbsthypnose können Sie unten die Audio-Aufnahme "Selbsthypnose bei Burnout" herunter­laden. Diese Hypnose-Aufnahme dient der Stress­regulation, mentalen Entspannung und Ressourcen-Aktivierung bei Burnout- und Stress-Zuständen. Bitte lesen Sie auch die Anleitung mit den Nutzungsbestimmungen durch.
Download Audio-Aufnahme "Selbsthypnose bei Burnout".
Download Anleitung "Selbsthypnose bei Burnout".

Immer wieder erlebe ich, dass die Arbeit an der "Oberflächenstruktur" zu einer Besserung der Burnout-Symptomatik führt und keine weiteren Behandlungs­schritte mehr notwendig sind.

Reicht aber die Arbeit an der "Oberflächen­struktur" nicht aus, muss mit den psychischen Schemata gearbeitet werden, um nachhaltig eine Besserung der Burnout-Symptomatik zu erreichen. Dies ist also der nächste Schritt.

3. Arbeit an den psychischen, emotionalen Schemata und Psychotherapie­methoden zur Behandlung des Burnout-Syndroms:

Die Grundannahme der schema­therapeutischen Modell­bildung ist, dass sich Menschen in der Gegenwart von Stress­situationen entsprechend den emotionalen Schluss­folgerungen negativ prägender früherer Erfahrungen verhalten. Menschen können aus negativen Erfahrungen positive Einstellungen und ein Zuwachs an Lebens­qualität entwickeln, aber eben auch negative (meistens unbewusste) emotionale Schluss­folgerungen ziehen, die sich in einem niedrigen Selbst­wert­gefühl, einem geringen Gefühl der Selbst­wirksamkeit und einge­schränkten Möglich­keiten der inneren Selbst­regulation äussern. Ein derart "vorgeprägter" Mensch gerät leichter in die Dynamik eines Burnout­prozesses, da die zur Verfügung stehenden Bewältigungs­möglichkeiten nicht genügend flexibel an die gegen­wärtige Heraus­forderungs-Situation angepasst werden können (Z. B. kann ein "zu lieber" Chef durch Erwartungen und Ansprüche seiner Mitarbeiter aufgerieben werden, da er schon als Kind gelernt hatte, für seine in einer Ehekrise lebenden Eltern immer ein "offenes Ohr" zu haben. Als Kind konnte er so nicht lernen, dass es in Ordnung ist, sich von den Ansprüchen seiner Mitmenschen abzugrenzen).

Wie können die für die Burnout-Situation mass­gebenden emotionalen Schemata, bzw. die ent­sprechenden prägenden Erlebnisse und Erinnerungen identi­fiziert werden? Dies geschieht durch die Methode der "Affekt-Brücke", einer ursprünglich hypno­therapeutischen Methode, mit der – ausgehend von der aktuellen Stress­situation – die relevanten, emotional prägenden Erfahrungen gefunden werden können. Diese Referenz­erfahrungen der Burnout-Dynamik können nun psycho­therapeutisch bearbeitet werden. Damit lösen sich die emotionalen und kognitiven Ein­schränkungen auf einer tieferen Ebene auf, und der betreffende Mensch wird fähig, auf die gegenwärtige, Burnout produzierende Situation mit den Ressourcen eines Erwachsenen zu antworten.

Um emotionale, psychische Schemata verändern zu können, braucht es Psycho­therapie­methoden, die diese dazu­gehörenden Erinnerungen und deren emotionalen Schluss­folgerungen in der Gegenwart, im Hier und Jetzt, erlebbar machen. Das Schema und seine Auswirkungen in der Gegenwart müssen direkt erlebbar gemacht werden. Zudem muss unmittelbar erlebt werden, was die psycho­dynamischen Abläufe sind. Dann kann sich ein emotionales Schema verändern. Intellektuell wissen Menschen meistens bestens über sich Bescheid, dies hilft aber für gewöhnlich nicht, ein unerwünschtes Verhalten zu verändern.

In der Psychotherapie des Burnout-Syndroms benutze ich deshalb Therapie­methoden, die emotions- und erlebnis­zentriert sind. Sie helfen, die Psycho­dynamik der Burnout-Entwicklung in ihrem Kern emotional wie auch intellek­tuell begreifbar und so veränderbar zu machen. Diese Trans­formation psychischer Schemata öffnet den Raum für neue Gestaltungs­möglich­keiten in der Gegenwart und macht den Einsatz Burnout produzieren­der kompensa­torischer Bewältigungs­methoden über­flüssig.

EMDR, Brainspotting und hypno­therapeutische Methoden brauche ich gerne, um negativ prägende und belastende Erinnerungen therapeutisch zu verändern. Gestalttherapie und die Klopftherapie PEP sind gute Möglichkeiten, negative "innere Dialoge" (Bsp.: "Ich mache immer alles falsch") zu verändern und so die Beziehung zu sich selbst zu stärken und zu verbessern. Wenn Menschen auf diese Weise mehr mit sich im Reinen sind, werden Ressourcen frei um aus der Burnout-Stress-Spirale herauszutreten und die notwendigen Veränderungsschritte anzugehen.

Auch wenn solche Arbeiten anstrengend oder emotional aufwühlend sein können, führen Klientinnen und Klienten diese über­wiegend sehr gerne durch. Die Erfahrung, an psychisch wirklich wichtigen Inhalten zu arbeiten und emotionale Veränderungen einleiten zu können, gibt ein tiefes Gefühl der Befriedigung und verankert das Erleben der selbst­kontrollierten Gestaltungs­freiheit nachhaltig.